Molecular Biological Society

Heute machte man mich auf die Molecular Biological Society aufmerksam. ( http://www.mbsociety.org/ )
Hier finden sich im Folgenden Originalzitate von deren Website, danach dann meine Kommentare und Gedanken.

Die MBS ist ein Netzwerk von Wissenschaftlern für Wissenschaftler im Bereich der molekularen Biowissenschaften.
So weit, so seltsam. Sollte sowas im Universitätsbetrieb nicht ohnehin vorhanden sein? Immerhin schwört man der Universität doch Ewige Treue oder so ähnlich. (Zumindest an der TU gibts irgend so einen Schwur, kann ich jetzt grad nicht finden.)

Die MBS wurde mit dem Ziel gegründet den fachlichen Austausch unter den Studenten und den späteren Wissenschaftlern zu fördern.
Nun, das Bildungssystem ist marod da muss man den Unis wohl unter die Arme greifen…

Vorträge zu interessanten Themen, die im Studium nicht geboten werden, bilden die Grundlage unserer gemeinsamen Veranstaltungen und Treffen.
Sehr Lobenswert, scheinbar ist der normale Univeritätsbetrieb mangels finanzieller und sonstiger Mittel recht faaad geworden.

Wir besitzen eine ausgedehnte Kommunikationsplattform in Internet mit internem Bereich, Forum und Skriptensammlung. Lernhilfen, Protokolle sowie die Bereitschaft der Höhersemestrigen zur Unterstützung stehen Dir uneingeschränkt zur Verfügung. Die helfende Hand der „Älteren“ ist eines unserer Grundprinzipien.
Wie vornehm ein solch (all)umfassendes Repositorium zu „besitzen“. Leider ist es exclusiv den erlauchten Mitgliedern vorbehalten.

Es gibt da unglücklicherweise ein paar weitere Probleme:
Der vollen Mitgliedschaft geht eine einjährige Probezeit voraus, danach erfolgt die endgültige Aufnahme durch die Generalversammlung in Form einer Abstimmung. Die Zeit als außerordentliches Mitglied dient dem Kennenlernen der Strukturen und der Mitglieder, ist aber auch mit Engagement für die Gemeinschaft verbunden. In der Praxis ist dies die Mithilfe bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen.
Hier handelt es sich eindeutig um eine Diskriminierung, zu allem Überfluss auch noch eine nach nicht nachvollziehbaren Kriterien! Die Tatsache, dass eine Probezeit existiert, heisst doch, dass nicht jeder Mitglied werden kann.

Außerordentliche und ordentliche Mitglieder haben einen Mitgliedsbeitrag zu entrichten
Einen Mitgliedsbeitrag wofür? Für Dinge die im normalen Studienbetrieb selbstverständlich sein sollten?

All das schön und gut. Wenn es der Universität nicht gelingt, Selbstverständlichkeiten bereitzustellen, dann ist es nicht verwunderlich, dass mehr oder weniger elitäre Verbände Infrastruktur und Anderes zur Verfügung zu stellen. An dieser Stelle möchte ich mich beim http://www.informatik-forum.at/ bedanken, hier wird Kollegialität vorexerziert! Vieles was die MBS bietet gibt es da vollkommen FREI.

Aber auch die Molekularbiologie bietet ein öffentliches Internetforum. ( http://www.molecularbiology.at/ )
Warum werden hier nicht Skripten gesammelt und Unterstützung gegeben? (Passiert da angeblich eher schlecht als recht)
Warum muss es eine seperate Plattform geben die einer restriktiven zugangskontrolle Unterliegt?
Weil manche Leute einfach immer was besseres sein müssen, koste es was es wolle. Diese Grundeinstellung und dieses Verhalten ist meines Erachtens nach einer ÖFFENTLICHEN Universität nicht würdig, das kann man in einer privaten Uni oder in der Privatwirtschaft machen.
Natürlich drängt sich auf den ersten Blick die Tatsache auf, dass die MBS ja nichts mit der Universität Wien zu tun hat.
Und hier gelangen wir zum Kernproblem, zu dem Umstand, der die MBS meines Erachtens sehr stark hervorhebt:
Die Studienrichtungsvertreter (Molekularbiologie) Stephan Wurzer und Timm Zörgiebel sind Vorsitzender und Rechnungsprüfer der MBS. Hier sehe ich ganz klar einen Interessenskonflikt! Die StRV sollte unter anderem dafür sorgen, dass Organisationen wie die MBS nicht notwendig sind.

Wer meint auf so eine Organisation angewiesen zu sein, der soll bitteschön Mitgleid werden. Wer meint, die Unterstützung so einer Organisation zu brauchen um das Studium zu schaffen, der soll bitteschön Mitglied werden.

An einer öffentlichen Universität in einem Land wie Österreich sollte eine Organisation wie die Molecular Biological Society aber obsolet sein, und nicht von der Studienrichtungsvertretung unterstütz werden.

Anmerkung:
Auf besonderen wunsch von „timmz“ nehme ich den jetzt durchgestrichenen Satz zurück, da es im MolBio forum durchaus Skripten, Prüfungsfragen etc gibt. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Unterstützung dort aufgrund der MBS Plattform noch weiter zurückgeht. Und so etwas sollte meiner Meinung nach eine StRV nicht gut finden.

Weiters stelle ich mit großer Freude fest, dass es bei den Molekularbiologen einige kritische Meinungen gibt, deshalb werde ich das alles nicht weiter kommentieren, verweise aber auf den entsprechenden thread „Elitärer MolBio Geheimbund?“ im MolBio Forum.