Google-de-goo Teil 1 – Mail

Google ist ziemlich klebrig. Wenn man einmal mit GMail, Contacts und Calendar angefangen hat, kommt man fast nicht mehr davon weg. Nicht weils so inhärent toll wäre sonder vor Allem weil das user-interface klasse ist.

Deswegen ein Vorschlag wie der Ausstieg aussehen kann:

First things first. Als erstes muss man vom gnadenlos guten Webinterface weg. Dazu braucht man nicht gleich eine neue Mailbox. Fürs erste reichts mal eine Möglichkeit zu finden Mails genauso gut zu Bearbeiten wie es das Gmail Webinterface ermöglicht. Keine leichte Aufgabe, aber es geht.

Einfach mal Tunderbird installieren, aber bitte die Beta (wir wollen keine halben Sachen machen und die komplette Gmail Box zwecks indizierung lokal ablegen. Und da ist die aktuelle Beta einfach performanter als die Version 17 die derzeit die stabile ist.). Der Assistent fragt eh alles ab und stellt fast alles korrekt ein. Nur leider werden die IMAP-Ordner nicht aktualisiert, besonders bitter, wenn man serverseitig ein umfangreiches Regelwerk zum Vorsortieren der Nachrichten implementiert hat. Deswegen muss man  in „Options->Advanced->Config Editor“ den Eintrag „mail.server.default.check_all_folders_for_new“ auf „true“ setzen. *facepalm*.

Und jetzt kommt der Knüller: Das Plugin „Thunderbird Conversations“ bringt die geniale GMail Konverstionsansicht in den Thunderbird und macht ihn in Kombination mit der 3-Spalten-Ansicht sogar überlegen („Options->Layout->Vertical View“) wenn man die mittlere Spalte etwas ausmistet.

Die Kontakte werden auf elegante Weise vom „Google Contacts“ Plugin synchronisiert.

Den Ordner „All Mail“ wollt ihr unter Umständen nicht Synchronisieren, da wenn ihr so wie ich, alle wichtigen Mails in Ordnern habt führt das zu unmengen doppelt zu speichernden Nachtrichten. Abbestellung mit Rechtsclick auf das Konto und „Subscribe…“. Deswegen besser einen neuen Ordner „Archiv“ anlegen („Options->Account Settings->Copies & Folders“).
Gegebenenfalls müssen nun alle Nachrichten ohne GMail-Label das Label „Archiv“ bekommen um in diesem Ordner aufzuscheinen (Suche nach „-has:userlabels -in:sent -in:chat -in:draft -in:inbox“).
Was wirklich nicht in den Thunderbird soll bekommt einfach automatisch ein Label „Black Hole“ und die Sache ist erledigt.

Weitere Feinheiten:

  • Das Senden verzögert sich unnötig wenn Thunderbird die Mail nochmal extra hochladen muss (das ist bei GMail nicht nötig), deswegen ausschalten unter „Options->Account Settings->Copies & Folders“.
  • Standardmäßig antwortet man in Thunderbird unter dem Nachrichtenzitat, dies kann einfach in „Options->Account Settings->Composition & Addressing“ umgestellt werden.
  • Wenn Nachrichten ohne korrekte „In-Reply-To:“ ID als Thread (vgl. What is Threading?) angezeigt werden sollen, muss „mail.strict_threading“ noch auf „false“ gesetzt werden.

So „einfach“ ist der erste Schritt weg von Google getan 😉 Fehlt nur noch ein gleich guter Mailserver.

PS: Bei der Gelegenheit gleich OpenPGP und Enigmail anschauen!

Ein Gedanke zu „Google-de-goo Teil 1 – Mail

  1. Pingback: Google-de-goo Teil 2 – PIM, IM und der Android Tablet | Martins langweiliges Blog

Kommentar verfassen