Nesprsso

Nachdem mit mir, oder besser „meinem haushalt“, die letzte bastion des in handarbeit erzeugten, fairen, qualitätskaffees dem nespresso verfallen ist, will sich meine mutter auch eine nespresso-maschine kaufen. (na gut das war vielleicht etwas zu pathetisch)

Hier mein email dazu, das war so viel arbeit, das will ich „dem internet“ nicht vorenthalten *g*:

Hi!
Ja ich tu natürlich brav lernen *g*, jetzt halt grad ein halbes stündchen nicht für das mail.

Also wir haben uns die Delonghi EN 90 „Essenza“ um 99€ gekauft, mit dem Saturn Gutschein.
Die macht nur Kaffee sonst nix.

Kostenpflichtige Extras wären (nach Sinnhaftigkeit absteigend sortiert, jedes Extra ca +100€ (klingt komsch ist aber so)):

1. Milchschäumer
2. Wassermengenautomatik (Einstellbar)
3. Tassenwärmer
4. Cooles Deseign
5. Automatischer Kapsel Ein und Auswurf

Der Kaffee der rauskommt ist immer der gleiche, der ist ziemlich standardisiert.

Wenn man schon einen ordentlichen Kaffee machen will, dann braucht man aber meiner Meinung nach einen Milschschäumer. (Wer a sagt muss auch b sagen.)
Da gibts um „günstige“ 65€ den sogenannten Aeroccino, das ist ein wasserkocherartiges Ding zum milchschäumen, allerdings nicht auf Dampf- sondern Quirlbasis. Der Quirl ist als entfernbarer Magnetrührer realisiert, so wies aussieht, damit man das ganze gut reinigen kann. Ob der Schaum so gut ist wie „echter“ Dampf-Schaum ist allerdings die große Frage.
Ich mache den Milchschaum mit meiner Espressomaschine, der Renate ist das schäumen zu mühsam, also wärmt sie, wenn sie alleine Kaffee trinkt, ihre Milch am Herd.

In Anbetracht der Qualität und des wirklich geringen Aufwandes ist der Kapselpreis mit etwas gutem Willen gerade noch als angemessen bezeichenbar. Man muss bedenken pro Tasse werden nur 5g Kaffee verbraucht, wohingegen ich mit meiner Maschine auf ca 8g komme. Also wäre ein vergleichbarer Portionspreis bei bestem Tchibo Kaffe (20€ das Kilo, in der Qualitäts-Liga spielt Nespresso locker) 0,16€. Das ist lustigerweise genau die Hälfte des Preises einer Nespresso-Portion, die kostet nämlich 0,32€. Allerdings muss man bedenken, dass man entweder eine handjustierte Billigmühle oder eine ordentlich Mühle um mind. 200€ benötigt , um auf eine annähernd vergleichbare Qualität zu kommen. (Der Mahlgrad muss für jede Sorte und Maschine extra bestimmt werden! Nicht einfach beim Eduscho sagen: „Mahlen, Bitte!“ Wir reden da von Espresso und nicht von Abwaschwasser 😉

Ich mache mir den Kaffee normalerweise nach wie vor in meiner Espressomaschine, Renate macht sich lieber Nespresso wenn sie alleine einen Kaffee haben will.

Ob für dein Kaffeeaufkommen eine Nespressomaschine sinnvoll ist, kann ich nicht wirklich sagen. Ich denke ein Vollautomat wäre besser/billiger, muss ja nicht gleich eine Primadonna sein.
Ich persönlich finde die Rancilio Lucy höchst interessant, die ist aber nix für normale Menschen deswegen gibts die auch nicht in normalen Geschäften.

Und jetzt noch schnell zur Nachhaltigkeit (wies heutzutage so schön heißt):
Nespresso hat das sogenannte AAA SUSTAINABLE QUALITY Programm, damit sind sie eh „relativ fair“. Sowas ist heutzutage halt einfach notwendig fürs Marketing.

Als letztes großes Fragezeichen bleibt noch das ordnungsgemäße wiederverwerten der benutzten Kapseln. In der Schweiz ist das ganz ordentlich organisiert, bei uns ists wohl eher noch „wilder Westen bzw Osten“. Dazu habe ich letzte Woche eine anfrage an Nespresso geschickt, allerdings haben die noch nicht geantwortet.

schönen Abend
Martin

Ein Gedanke zu „Nesprsso

  1. hallo, ich würde mir die maschine nur kaufen, weil sie so schön klein ist und da ich zu hause nur sporadisch kaffee trinke ist die gefahr des „ausrauchens des kaffees“ nicht gegeben – siehe entkoffeinierten kaffee von euch. l.g. nelly

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